Candidate Persona & Co - darauf solltest Du bei der Suche nach Kandidaten aus dem Handel achten

Wenn wir einen Blick auf die derzeitige Marktsituation werfen, wird deutlich, dass besonders der Handel nicht erst seit der Corona-Pandemie helfende Hände benötigt. (Auch, wenn der Bedarf an Kandidaten für diese Branche seither rasant gestiegen ist). Wer nach neuen Kandidaten für seine offenen Stellen sucht, der muss genau wissen, nach wem er eigentlich online Ausschau hält und wie diese Zielgruppe optimal erreicht werden kann Beispielsweise werden sich mit einer zu generalistisch formulierten Stellenanzeige nur wenige, oder gar keine Kandidaten mit dem Angebot identifizieren. Daher macht es Sinn, sich vor dem Texten der Stellenanzeige einen idealen Kandidaten, also eine Candidate Persona, zu erstellen. 

Candidate Persona – was ist das? 

Eine Candidate Persona ist ein fiktiver Charakter, der das gesuchte Kandidatenprofil 1:1 widerspiegelt. Auf dieser Grundlage kann die Anzeige im nächsten Schritt noch einfacher befüllt werden. Denn: Desto genauer Unternehmen ihre gewünschte Zielgruppe vorab definieren, umso höher ist letztendlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass Bewerber sich mit der Position identifizieren. Das ist besonders wichtig, um zu vermeiden, dass sich a) beim Prüfen der Bewerbungsunterlagen herausstellt, dass der Kandidat die nötigen Qualifikationen gar nicht mitbringt und b) wertvolle Talente derweil an die Konkurrenz verloren gehen. 

Aber nicht nur eine Candidate Persona alleine entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Auch die Auswahl geeigneter Jobbörsen spielt eine entscheidende Rolle bei der Kandidatensuche. Wir erklären Dir im Blog, worauf Du neben der Erstellung einer Candidate Persona noch achten solltest, um möglichst viele Kandidaten aus dem Handel zu erreichen. 

#1 Wen suche ich eigentlich? 

Der Einzelhandel ist vielfältig – genauso vielfältig und bunt sind aber auch die Menschen, die in diesem Sektor arbeiten. Egal, ob es um Karrierestufen, Bildungsgrade, oder um die Beschäftigungsart geht: Von studentischen Hilfskräften für die Warenverräumung, Logistikern, bis hin zu Geschäftsführern wird im Handel alles gesucht und benötigt. Gib Deiner Zielgruppe ein Gesicht und erstelle zunächst einen Steckbrief: Was sind mögliche Interessen, Ängste oder Sorgen? Welche Benefits sind ausschlaggebend bei der Entscheidung um einen neuen Arbeitgeber? Welche Angaben dürfen, wenn es nach Deiner Zielgruppe geht, in der Anzeige auf gar keinen Fall fehlen? Versetze Dich in Deine Zielgruppe hinein! Denn: Wer solche Fragen im Vorfeld für sich beantworten kann, wird ein besseres Verständnis für die Zielgruppe entwickeln. Tipp: Online finden sich zahlreiche Studien zu Zielgruppen und Sektoren, die hilfreiche Informationen liefern können. Auch der Vergleich mit anderen Stellenanzeigen für ähnliche oder identische Kandidatenprofile kann wichtige Erkenntnisse über die eigene Zielgruppe liefern. 

#2 Welche Kanäle sind passend? 

Grundsätzlich ist neben der Definition der Zielgruppe auch die Auswahl geeigneter Medienkanäle im Handelssektor entscheidend für den Recruiting-Erfolg. Wer nur auf generalistischen Jobbörsen, wie Stepstone oder Indeed ausschreibt und Social Media, Hubs & Communities außer Acht lässt, verliert womöglich wertvolle Berührungspunkte mit der gewünschten Zielgruppe. Im Fokus bei der Suche nach Kandidaten aus dem Einzelhandel stehen Social Media Kanäle, wie Facebook, Instagram und Co. Aber auch berufliche Netzwerke sind eine gute Möglichkeit, Studenten und Absolventen zu erreichen und durch gezielte Active-Sourcing-Maßnahmen können passive Kandidaten im direkten Austausch mit einem Jobangebot vertraut gemacht werden machen. Wer über gute Mitarbeiternetzwerke verfügt, sollte auch von diesen unbedingt Gebrauch machen. Aber aufgepasst: Die Mischung macht’s! Der Mix aus Generalist, Nischenportal und Social ist unumgänglich: Nur, wer möglichst viele Berührungspunkte entlang der Candidate Journey schafft, kann mehr Bewerber erwarten und steigert seine Online-Sichtbarkeit und Auffindbarkeit. 

#3 Wo liegen die aktuellen Prioritäten? 

Werden Positionen im Einzelhandel vakant, ist oft schneller Handlungsbedarf gefragt. Denn selten werden Stellen provisorisch “für den Fall der Fälle” ausgeschrieben, sondern oft erst dann, wenn neue Mitarbeiter dringend gesucht werden. Um auch genau die Kandidaten zu erreichen die erstens zeitlich flexibel und zweitens “ab sofort” verfügbar sind, sollten diese Zusätze nicht fehlen. Oft sind vakante Stellen im Einzelhandel ein Wettrennen gegen die Zeit. Wer also in der Stellenanzeige nicht deutlich macht, wie kurzfristig helfende Hände gesucht werden, der wird womöglich länger auf passende Bewerbungen warten. Überlege Dir außerdem, welche Rolle der Einsatzort für Deine Kandidaten spielt, oder ob du Deine Anzeigen vielleicht deutschlandweit ausschreiben kannst. Denn auch das erleichtert die Suche und verhindert Missverständnisse beim Vorstellungsgespräch. Je nach Anforderung wird nach sogenannten Soll- und Kann-Kriterien unterschieden. Keep it short and simple: Mach Bewerbern deutlich, was für die Stelle unbedingt erforderlich ist und verzichte auf zu viele Bullet Points, die keine zwingende Voraussetzung für eine Bewerbung sind. 

#4 Wie muss mein Bewerbungsprozess optimiert werden? 

Nicht nur Unternehmen möchten offene Stellen schnell besetzen, auch Kandidaten im Einzelhandel legen Wert darauf, sich unkompliziert und einfach zu bewerben.  Passe Deinen Bewerbungsprozess also den Wünschen Deiner Zielgruppe an und reduziere die Schritte auf das Nötigste. Gern gesehen ist bei Kandidaten im Handel die direkte Bewerbungsmöglichkeit in der Filiale. Falls Du Deine offenen Positionen also noch nicht aktiv in Deinem Laden bewirbst, solltest Du dies unbedingt tun. (Im Übrigen ist das von Vorteil, wenn der Einsatzort sowieso dieser Filiale oder Region entspricht). Kandidaten im Einzelhandel greifen auch heute noch gerne zum Telefon und kontaktieren die gewünschte Arbeitsstelle direkt selbst. Stelle also sicher, dass Du immer erreichbar bist und die Möglichkeit hast, Kandidaten am Telefon einen Termin für ein Vor-Ort-Gespräch anzubieten. 

Fazit: Das Gesamtpaket muss stimmen!

Es sind nicht nur die “Streckbrief-üblichen” Merkmale, die eine Candidate Persona ausmachen – auch die äußerlichen Umstände und Gegebenheiten, wie das richtige Bewerben der Stellenanzeige, zählen schon lange zu den wichtigsten To Do’s, wenn es um das Recruiting im Handel (und überhaupt) geht. Überlege Dir vor der Erstellung Deiner Anzeige immer zuerst, wen Du überhaupt erreichen möchtest und welche Vorstellungen und Wünsche Deine Zielgruppe von einer Stellenanzeige und einem neuen Arbeitgeber hat. Vergiss nie, dass selbst die idealste Vorstellung eines Kandidatens für den Recruiting-Erfolg alleine nicht reicht. Ebenso wichtig ist die Auswahl zielgruppenspezifischer Medienkanäle und ein fehlerfreier als auch unkomplizierter Bewerbungsprozess. Damit steigerst Du die Wahrscheinlichkeit, dass die Bewerbungsunterlagen passender Kandidaten schnell den Weg in Dein Postfach finden. 

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Sarah Gerding
Marketing